Pressestimmen

15.11.2001
Kleb dir eine!
So schön und ausgefallen auffällige Fahrzeugdesigns auch sein mögen: Für den stets mit spitzem Bleistift rechnenden Fuhrpark-Betreiber waren in der Vergangenheit die hohen Kosten für Teil- oder Komplett-Lackierungen der Autos ein Horror, von den Wertverlusten beim Wiederverkauf solcher \"verschönerten\" Modelle oder vom geringeren Restwert bei Rückgabe des geleasten Autos ganz zu schweigen.
Für derartige Fälle hat sich in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland ein neuer Branchenzweig entwickelt, der diese durch Sonderlackierungen anfallenden Kosten deutlich reduziert. Anstelle von rund 2.500 Euro für die Komplett-Lackierung eines Mittelklasse-PKW in den firmeneigenen Farben und mit den Firmenlogos oder sonstigen Designs fällt bei der Verwendung von Fahrzeug-Folien nur rund ein Drittel dieser Kosten an. Hinzu kommen höhere Wiederverkaufs- oder Restwerte, da nach Abziehen der Folie vor dem Weiterverkauf der ursprüngliche und während der Einsatzzeit durch die Folie vor Schäden und Sonneneinstrahlung geschützte Originallack dem Fahrzeug ein fast fabrikneues Aussehen gibt. Vor allem Taxi-Unternehmen sind schon früh auf die Folientechnik umgestiegen, da die hellelfenbeinfarbenen Modelle auf dem Gebrauchtwagen-Markt schwer oder nur mit hohen Abschlägen zu vermarkten waren.
Auch die öffentliche Hand zeigt sich seit jungstem kostenwusst: Bereits vor knapp zwei Jahren wurden bei Mercedes-Benz die ersten Polizei-Einsatz-
wagen in Silber geordert, das typische grün-weiße Polizei-Design erhielten die Fahrzeuge mittels Folie. Die Wiederverkaufswerte für einjährige Exemplare stiegen dadurch um bis zu 10.000 Mark, da nach Entfernen der Folie wieder ein \"normaler \" silberner C-Klasse-Mercedes mit fast \"Neulack\" angeboten werden konnte.


Teil- oder Komplettbeklebung?

So vielseitig sich die Anwendungsgebiete der Folienbeklebung auf Fahrzeugen zeigt - vom speziellen Design für den privaten Sportwagen über Firmenlogos und Namenszüge auf Firmenflotten-Fahrzeugen bis hin zu Sonder-Designs für Taxen, Polizei oder Feuerwehr -, so unterschiedlich sind auch die angewandten Techniken.
Grundsätzlich wird zwischen einer teilweisen Folienbeschichtung und einer Ganzfahrzeug-Beschichtung unterschieden. Im ersten Falle wird auf die vorgegebene Grundfarbe des Fahrzeugs nur auf ausgewählte Karosserieteile - z.B. Seitentüren und Motorhaube - eine Folie mit den entsprechenden Motiven aufgebracht. Je nach Aufwand bei Folienbedruckung und Zuschnitt sind hier schon Folien zum Selber-Bekleben ab 100 Euro zu haben. Wird das Aufbringen der Folie von einem Fachbetrieb erledigt, stehen Beträge ab rund 400 Euro an. Nachteil bei einer nur teilweisen Folienbeklebung ist allerdings, dass später nach Abnehmen bei den beklebten und den nicht beklebten Partien festzustellen sind.
Spürbar teurer, jedoch auch werbewirksamer und schonender für den Lack sind dagegen die Maßnahmen bei der Folienbeklebung des gesamten Fahrzeugs. Hier müssen alle Folienteile passgenau auf jedes Karosserieteil zugeschnitten sein, um Nähte und Kanten zu vermeiden. Anbauteile wie Stoßstangen, Zierleisten, Scheinwerfer etc. müssen demontiert und nach der Beklebung wieder angebaut werden.
Dies kostet Zeit und Geld.
Bei der Unternehmungsgruppe Intax, die ihre Zentrale in Oldenburg hat und deutschlandweit über 12 Franchise-Partner sowie zahlreiche weitere Kooperationspartner verfügt, erklärt Geschäftsführer Jörg Hatscher: \"Eine ordentlich ausgeführte Ganzfahrzeug-Folienbeklebung ist nicht unter zwei Tagen machbar, da die Demontage und spätere Montage der Anbauteile sowie der passgenaue Zuschnitt der Folien dieser Zeit einfach erfordert.\" Pingelige Genauigkeit beim Zuschnitt der nur 0,06 bis 0,1 mm dicken, reiß- und kratzfesten Folie ist dabei das A und O. Stückelungen nach einem Verschnitt sind nicht möglich, weil dadurch unschöne, sichtbare Kanten und Nähte entstehen würden. Auch das blasenfreie Verkleben der Folie auf der vorher gründlichst gereinigten Karosserie erfordert Zeit.
Bei Intax beginnen die Preise für eine derartige Fahrzeug-Gesaltung bei rund 800 Euro für ein Mittelklasse-Modell. Größere Fahrzeuge wie Vans sowie Zusatzwünsche wie beispielsweise das Bekleben der Stoßfänger oder Außenspiegelgehäuse kosten Aufschläge. Auf die Arbeit gewährt Intax zwei Jahre Garantie. Besonders Wert legt Geschäftsführer Hatscher auf die Tatsache, dass Intax von den Herstellern, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, werkseitig geprüft ist.
Mit mehr als 1.500 neu beklebten Kundenfahrzeugen pro Jahr - davon 95 Prozent Taxen - ist Intax nach eigener Aussage Marktführer in der Klebe -Branche. Dazu trägt bei, dass das Unternehmen mit seinen bundesweit vertretenen Kooperationspartnern auch für Fahrzeug-Importeure wie Fiat, Renault, Toyota, Nissan oder Mazda tätig ist.
Wer beispielsweise bei diesen Marken ein Fahrzeug in Taxi-Ausführung bestellt, erhält bei der Auslieferung einen von Intax behandelten Neuwagen inklusive der Werksgarantie des Herstellers. Aber auch Modelle deutscher Provenienz werden hier fachkundig behandelt.



Folienbeklebung ist im Kommen

Großer Vorteil der Folienbeklebung eines Fahrzeugs ist auch der vereinfachte Aufwand bei einer Reparatur: Nach Abnehmen der Folie über dem beschädigten Karosserieteil wird dieses lediglich vorbearbeitet und mit neuer Folie versehen. Die Neu-Lackierung des Teiles erfolgt erst nach Abnahme der Gesamtfahrzeug-Folie vor dem Wiederverkauf. Gerade bei häufig betroffenen Blechteilen wie Kotflügeln spart dieses Verfahren deutlich Kosten.
Wichtige Kriterien für Kunden, die mit einer Folienbeklebung liebäugeln, sind Garntie-Gewährung, Refernzen des Anbieters und die Verwendung hochwertiger Folien. Sichtbare Nähte, Falten oder sich ablösende Ecken der Folie weisen auf eine schlechte Folienqualität hin.
Neben Intax ist auch \"Allfolia\" als Zusammenschluss regionaler Klebe -
Spezialisten aus zwölf großen Städten Deutschlands am Markt überregional aktiv. Regional und lokal gibt es zahllose Anbieter, die mittels \"gelbe Seiten\" oder mit einer Suchmaschine im Internet unter den Stichworten \"Fahrzeug -Folien\" und \"Klebefolien für Fahrzeuge\" zu finden sind.
Während die deutschen Hersteller werksseitig im Pkw-Bereich kaum Angebote dieser Art parat haben, widmet sich VW Nutzfahrzeuge immer intensiver diesem Markt: Bei der Folienbeklebung für Neuwagen arbeitet man mit der Burgdorfer CKT-Folien GmbH eng zusammen.
Der Markt für Folienbeklebungen wird von allen Marktteilnehmern als Wachstums-Branche gesehen. Jörg Hatscher sieht allein für seine Intax -Gruppe gute Chancen für jährliche Verdoppelung der behandelten Fahrzeuge. Die Preisvorteile gegenüber einer herkömmlichen Lackierung, die höheren Rest- oder Wiederverkaufswerte und das einfach Handling dieser Technik werden zukünftig verstärkt öffentliche und gewerbliche Fuhrparkbetreiber auf den Plan rufen.

Bernd Dohrmann
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