Pressestimmen

22.09.2009
INTAX klebt für die Bundeswehr
Warum japanische Geländewagen gut für die heimische Wirtschaft sind:

BIS ZU 1000 AUTOS WERDEN IN OLDENBURG JÄHRLICH FÜR DIE BUNDESWEHR AUSGERÜSTET. UND AM ENDE DER DIENSTZEIT ZURÜCKGEBAUT.

VON THORSTEN KUCHTA

OLDENBURG - Der Reflex kam so schnell wie verlässlich: Als die Bundeswehr kürzlich Nissan-Patrol-Geländewagen für ihren Fuhrpark anschaffte, hagelte es Beschwerden. Warum, so der Tenor, stützt die Armee nicht die deutsche Autoindustrie und kauft Mercedes-Geländewagen?

Die Beantwortung dieser Frage ließ den CDU-Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey nicht los – und führte ihn direkt ins heimische Oldenburg. Bei der Firma INTAX im Gewerbegebiet Tweelbäke werden die Nissans für das Militär ausgerüstet – „und das bringt eine erheblich höhere Wertschöpfung in Deutschland“, sagt Kossendey: „Auch, weil der Mercedes-Geländewagen komplett in Österreich gebaut wird.“

Viel Arbeit für Oldenburg

INTAX-Chef Jörg Hatscher nickt. „Wir stecken bis zu doppelt so viel Arbeitsstunden in die Autos, wie ihre Produktion erfordert“, sagt er. Am Beispiel einer Nissan-Umrüstung für die Feldjäger zählt er die Arbeiten auf: Ein neues Fahrwerk mit Höherlegung, eine neue Bremsanlage, die Umstellung der Bordelektronik u.a. auf Tarnlicht, der Einbau einer Funkanlage und der Träger für die Antennen, Gewehrträger im Innern – und natürlich die Folierung des Wagens. INTAX startete 1996 damit, herkömmliche Autos mit Folie auf Taxibeige umzurüsten – was den Vorteil beinhaltet, dass am Ende der Taxinutzung die Folie wieder abgezogen wird und das Auto als Gebrauchtwagen besser zu vermarkten ist.

Eine Technik, der sich jetzt auch die Bundeswehr bedient. 2002 wurde die Bundeswehr Fuhrpark GmbH gegründet, die seitdem die Armee mit Fahrzeugen versorgt – auch per Leasing. Kossendey: „Das hießt, dass die Truppe stets über aktuelle Fahrzeuge verfügt.“ Mit der Folierung werde sicher gestellt, dass die Autos nach der „Dienstszeit“ im Lack wie neu dastehen. Hatscher: „Wir können auch alle anderen Umbauten zurückbauen.“

Auch Busse im Visier

500 bis 1000 Bundeswehrfahrzeuge durchlaufen pro Jahr das Unternehmen mit 85 Arbeitsplätzen, 5000 sind es insgesamt. Seit 2002 hat Hatscher etwa 3500 Autos für die Bundeswehr umgerüstet, zunehmend auch größere Nutzfahrzeuge wie Busse und Transporter. „Mit unserem Know-how“, sagt er, „sind wir bundesweit einmalig.“
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