Taxi-Umrüster INTAX macht aus fast jedem Modell ein Taxi
Welches Taxi hätten´s denn gerne? Dacia? Mazda? Mitsubishi? Ford? Kein Problem. Das Fahrzeug muss allerdings einen kleinen Umweg über Oldenburg machen.
Denn dort sitzt im Gewerbegebiet die Firma INTAX Innovative Fahrzeuglösungen GmbH. Der Name ist Programm, weil die Männer und Frauen um Geschäftsführer Jörg Hatscher tatsächlich für jedes Modell eine Lösung finden und damit den klaren Auftrag erfüllen, den die Fahrzeughersteller ihnen ins Pflichtenheft geschrieben haben: Macht aus unserem Fahrzeug ein Taxi, ein Fahrschul, - Polizei oder Feuerwehrauto!
Und dazu braucht es in der Tat eine Menge Innovation. Taxiumrüstung beispielsweise bedeutet nicht nur Folierung in Hellelfenbein, sondern auch Einbau einer Notalarmanlage, Vorrüstung für den Funkeinbau, Installation eines Taxidachzeichens, Integration des Taxameters in die Konsole oder Dachhimmel des Fahrzeugs etc. Und das alles im Zeitalter der Can-Bus-Elektronik.
Doch diese Entwicklung ist INTAX seit seiner Gründung im Jahr 1996 konsequent mitgegangen. Im Folienbereich hat man eine eigene Marke entwickelt (folioCar), die es nicht nur in RAL 1015 gibt, sondern in nahezu allen Farben. Der Taxameter wird nicht etwa einfach nur irgendwo auf dem Armaturenbrett aufgesetzt, sondern optisch ansprechend und chrashsicher in eine extra dafür angefertigte Konsole eingebaut. Wobei die Rückrüstbarkeit der Grundsatz jeder Neuentwicklung ist. Löcher in der Karosserie sind bei INTAX-Umrüstungen tabu, was dem Taxiunternehmer sehr gelegen kommt, wenn er sein Fahrzeug nach ein paar Jahren und zum kaufmännisch sinnvollen Ersatzzeitpunkt auf dem Privatmarkt verkaufen möchte.
Zwei Produktionshallen stehen auf dem Firmengelände von INTAX. In der einen Halle geht es eher ruhig und beschaulich zu. Dort werden die Fahrzeuge foliert. Wie die Parkplätze in einem Parkhaus sind die einzelnen Arbeitsplätze aufgeteilt. An jedem Platz ein Auto, pro Auto ein Mitarbeiter, der etwa einen Tag braucht, um aus einem Modell ein Taxi zu machen. Etwas lauter wird es dann in der zweiten Halle. Dort wird geschraubt, gehämmert und getüftelt. Auch hier hat jeder Mitarbeiter seinen festen Arbeitsplatz mit klarer Aufgabenverteilung: Einbau Alarmanlage, Montage Taxameter und Dachzeichenanschluss legen. In der Ecke hängen eine ganze Reihe von Dachhimmeln. Die kommen erst am Ende ins Fahrzeug, wenn alle Kabel und Leitungen verlegt sind.
„Erstklassige Handarbeit in Serie“ bezeichnet das Marco Kimme, Mitglied der Geschäftsführung, beim Rundgang mit taxi heute. Jede Umrüstung wird penibel genau dokumentiert und nach genau diesem Schema durchgeführt. Ist das Fahrzeug auf diese Weise umgerüstet, kommt es in eine separate Box ganz hinten in der Halle zur peniblen Endabnahme. Anschließend wird es bis zur Abholung im Hof geparkt. Neben derzeit ca. 650 anderen Taxis, Polizei-, Feuerwehr- und Bundeswehrfahrzeugen. Über 70 Mitarbeiter sind derzeit bei INTAX beschäftigt, begonnen hatte man vor elf Jahren mit gerade mal deren drei. Chevrolet, Citroën, Dacia, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Kia, Lancia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Seat, Skoda, SsangYong und Toyota lassen inzwischen bei INTAX die Taxis umrüsten. Nur die Branchenführer Mercedes und Volkswagen fehlen noch, wobei für diese bereits im großen Stil Militärfahrzeuge umgerüstet werden. Käme für diese noch die Taxi-Produktion hinzu, wäre dies allerdings auch nur bei einer derzeit in Planung befindlichen Doppelschicht zu bewältigen. Denn trotz ständiger Erweiterungen in den letzten Jahren stößt man derzeit produktionstechnisch und personell schon wieder an die Grenzen des Machbaren. Was leider auch die Kunden zu spüren bekommen. Bis zu sechs Wochen müssen die Hersteller derzeit auf eine Taxiumrüstung warten. Gut Ding will eben Weile haben. INTAX hofft jedoch, nach Abschluss der Urlaubszeit so langsam aber sicher wieder auf die avisierte Umrüstzeit von drei bis vier Wochen zu kommen.
2 Sätze zur Garantie
Der Auftrag für die Taxiumrüstung kommt immer direkt vom Hersteller, niemals vom Kunden, also dem Taxiunternehmer. Somit kauft ein Kunde im Prinzip ein „werksseitiges“ Taxi und muss die Gewährleistungs- und Garantieansprüche auch entsprechend gegenüber seinem Autohaus abwickeln.