Pressestimmen

02.10.2006
Taxiserienfertigung in Oldenburg

Oldenburg.

An den Kotflügeln des Skoda in einer Werkshalle an der Friedrich- Wilhelm-Deus-Straße in Tweelbäke ist der schwarze Lack noch zu sehen. Wenn man den Wagen aber von hinten betrachtet, ist die Originalfarbe fast komplett unter hellem, taxitypischen Elfenbeinton verschwunden. Und das ohne einen Spritzer Farbe: Die Oldenburger INTAX GmbH hat das Auto mit farbigen Folienstücken verkleidet.

Die Folierung ist die Idee des heute 45-jährigen Oldenburgers Jörg Hatscher. „Während Volkswagen oder Mercedes ab Werk Fahrzeuge als Taxis ausrüsten und lackieren, kann zum Beispiel Mazda in Japan die technischen Umbauten für den deutschen Taxi-Markt parallel zur Fließband-Produktion gar nicht leisten", sagt Marco Kimme, Prokurist und stellvertretender Geschäftsleiter bei INTAX.

Das Unternehmen ist das bundesweit einzige, das Taxis direkt für die Hersteller umrüstet. Diese vertreiben die Wagen samt Taxameter, Funk, Dach-Schild und der von den Behörden vorgeschriebenen Farbe dann in ihren Autohäusern. Bislang 18 Hersteller von Citroen bis Toyota, von Fiat bis Skoda, kooperieren mit dem Oldenburgern.

Praktisch ist die Umbau-Methode von Intax auch mit Blick auf den Weiterverkauf ausrangierter Taxis: Taxameter, Funkgerät und Co. lassen sich problemlos ausbauen, sogar von Laien. Auch die Folie löst sich einfach: „Sie müssen sie an einer Ecke mit einem Fön erwärmen, dann wird der Kleber geschmeidig und Sie können die Folie abziehen", erläutert Kimme.

Die Stücke seien absolut reißfest und der Kleber bleibe an der Folie haften, nicht am Lack. „Dass die Technik vollständig ausbaubar ist und die Folien beim Ablösen keine Spuren hinterlassen, diese Kombination ist einzigartig", beschreibt Kimme.

„Sie hilft, den Wert der Autos zu erhalten", sagt Firmengründer und Geschäftsführer Hatscher. Denn nach dem Rückbau können Taxiunternehmer ein schlichtes schwarzes oder silbernes Serienfahrzeug weiterverkaufen.

Den höheren Wiederverkaufswert hatte Hatscher im Hinterkopf, als er mit Farbfolien zu experimentieren begann. Der Oldenburger hatte 1986 eine Funkmietwagen-Firma gegründet. „Wir wollten unsere Gäste nur in neuwertigen Fahrzeugen in Top-Zustand befördern", sagt Hatscher. Also wurden die Autos nach einem Jahr verkauft. Doch wer will schon einen Wagen mit Taxi-Lackierung?

Hatscher kam die Idee, die Autos mit elfenbeinfarbenen Folien zu verkleiden. Als ungeeignet erwiesen sich jene, die damals für Werbeschriftzüge verwendet wurden: Je größer die Folienstücke, desto mehr Falten warfen sie.

Schließlich ließ Hatscher in einem Chemielabor eine Spezialfolie entwickeln. Sie ist mit einem Klebstoff beschichtet, der nach 30 Minuten aktiv wird und zu kleben beginnt So lange haben die Intax-Folierer Zeit, die Folie „am Auto" zu glätten. Das geschieht mit Plastikrakeln, die wie Eiskratzer aussehen.

Inzwischen schult die Firma auch Fachhändler darin, einzelne Fahrzeuge mit Folie zu bekleben. Die Großkonzerne wenden sich jedoch weiterhin an INTAX. Denn die komplette technische und optische Umrüstung zum Taxi gibt es nur - in Oldenburg.

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